Engagierte Diskussion und buntes Gewimmel
30.09.2019 10:48
von Patricia Arndt

Engagierte Diskussion und buntes Gewimmel

  

MdL Jens Kamieth, Sven Kehmeier und Baby Klaas

„Ausgebucht“ war der sechste Familienkongress des Verbandes kinderreicher Familien, der am 21. September 2019 in der Jugendherberge am Düsseldorfer Rheinufer stattfand. Familien aus dem ganzen Bundesgebiet waren angereist: vom Baby bis zum Studierenden. Deswegen nahm der Familienkongress seinen Namen auch wörtlich und bot für alle Altersgruppen ein ansprechendes Programm.

Jens Kamieth, Sprecher der CDU-Landtagsfraktion im Ausschuss für Familie, Kinder und Jugend, führte die Jugendlichen durch den NRW Landtag. Beim gemeinsamen Pizza-Essen wurden Fragen zur aktuellen Politik beantwortet. Kamieth genoss den Austausch mit den jungen Leuten. „Nachhaltig beeindruckt haben mich am Samstag vor allem die Kinder und Jugendlichen, die mit großem Interesse und Vorwissen mit meinem lieben Landtagskollegen Jochen Klenner MdL und mir über Politik, Medien und Gesellschaft diskutiert haben“, schrieb er dem Verband ins Stammbuch. Gut gelaunt zeigte sich auch die Düsseldorfer Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke, die in ihrem Grußwort die aktuellen Pläne der Stadt für die Familien umriss. Interessiert nahm sie die Thüringer Mehrfamilienkarte auf dem Markt der Möglichkeiten zur Kenntnis und bemerkte „Was für ein spannende Idee und wie gut, dass man voneinander lernen kann.“

Prof. Dr. Gregor Kirchhof

Obwohl juristisch knifflig und für Laien nicht sofort in der Tragweite ersichtlich, gelang es dem Juristen Prof. Dr. Gregor Kirchhof in seinem Vortrag „Kinderrechte ins Grundgesetz“ das Für und Wider darzustellen, wenn es darum geht, die von der UN ratifizierten Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen. Dazu erklärte er nachvollziehbar und anschaulich, welches „Strickmuster“ das Grundgesetz im Unterschied etwa zu den jeweiligen Landesverfassung habe. Er verwies auf die wohlweisliche Zurückhaltung des Gesetzgebers gegenüber dem besonders anerkannten Schutzraum Familie, den Rechten der Eltern und den bereits vorhandenen Möglichkeiten, die Menschenwürde des Kindes bei entsprechender Gefährdung zu schützen. Kirchhof verwies auf die bewährte Schutzfunktion des Grundgesetzes, die den Eingriff des Staates in das Private streng an Bedingungen knüpfe. Die Teilnehmenden zeigten sich sehr interessiert und durchaus überrascht über die vielen Facetten des Themas, die deutlich machten, wie komplex das Grundgesetz ist und wie weitreichend und durchaus nicht offensichtlich die Folgen neuer Regelungen.

Lisa Lehnen und Chris Wojcechowski

Aus der digitalen Realität berichteten Lisa Lehnen, Till Steinmaier und Chris Wojzechowski im anschließenden Paneel. Lisa Lehnen, Leiterin der HABA Digitalwerkstatt Lippstadt, schilderte, wie die Initiative Schulkindern das Programmieren beibringt und sie spielerisch dazu ermutigt, kreativ zu werden, digitale Techniken selbst anzuwenden, aktiv und nicht passiv zu konsumieren. Till Steinmaier von der Deutschen Technikberatung informierte die Eltern, wie sie den Medienumgang ihrer Kinder positiv begleiten und bei Bedarf schützend einwirken können.

Till Steinmaier im Gespräch

Einen anderen Zugang hatte Chris Wojzechowski, der als Geschäftsführer der Aware7 Unternehmen in der Sicherung ihrer Daten berät. Er zeigte anschaulich, anhand welcher Informationen Hacker Zugriff auf persönliche Daten, wie etwa Kundenkonten, Email-Adressen oder sogar Kontoverbindungen bekommen können. Als er einräumte, sein eigener Medienkonsum als Kind sei wahrscheinlich nicht maßvoll gewesen und auf die strapazierte Geduld seiner Eltern hinwies, waren ihm die interessierten Nachfragen während der Pause sicher.

HABA - Programmierer präsentieren ihre Werke

Forschende, ExpertInnen für Digitales, PolitikerInnen und Teilnehmende kamen in den Pausen und am Rande der Vorträge miteinander ins Gespräch. „Die Digitalisierung ist ein so großer Umbruch, dass er die Menschen in ihrer Verantwortung, entweder in der Politik oder in den Familien als Eltern, zusammenbringen kann“, beobachtete Müller das rege Treiben auf dem Kongress. „Als Bundesvorstand freuen wir uns natürlich sehr, dass wir mit unserer Themenwahl den richtigen Nerv getroffen haben und natürlich auch, dass sich unsere Gäste aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft bei uns wohlfühlen.“

„Kreativ und liebevoll waren insbesondere die Jugendlichen, die die Kleinen und Kleinsten bei ihren Basteleien und Outdoor-Aktivitäten begleitet haben. Sie waren immer ansprechbar wenn in dem Gewimmel für den ein oder anderen nicht gleich klar war, wo Mama und Papa waren“, so Annika Kröller vom Bundesvorstand und verantwortlich für diesen Kinderkongress.

Smartphones sind gesichert!

Nach dem Mittagessen gab es Gelegenheit, sich in Workshops intensiv mit einem Thema zu befassen. „Väter unter sich“ hieß es bei Andreas Raschke und Bernd Holthinrichs, die sich mit dem „Vater sein in einer kinderreichen Familien“ beschäftigten. Till Steinmaier war für alle Fragen rund um den Medienumgang offen und Dr. Jürgen Wüst von der Karl Kübel Stiftung gestaltete einen Workshop rund um das Thema Pubertät.

„Als KRFD wollen wir die Mehrkindfamilien wieder ins Gespräch bringen, sie gehören dazu und sind eine Bereicherung. Genau deswegen freuen wir uns über die gute Atmosphäre auf unserem Kongress, wo Eltern und Kinder, ältere Geschwister und ganz kleine Kinder gemeinsam etwas erleben“, erklärt Bundesvorsitzende Müller. „Die meiste Arbeit wird von Ehrenamtlern geschultert, ohne die zupackende Hand, den spontanen Einsatz und die Begeisterung für die Sache wäre so ein Kongress nicht machbar“, sagte sie.

Für das kommende Jahr lud der Bundesvorstand die Landesverbände ein, sich für die Ausrichtung des Familienkongresses mit interessanten Themen zu bewerben – bis zum 15. Oktober 2019 können gute Ideen und Konzepte für das nächste Jahr eingereicht werden.

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Der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. ist im Jahr 2011 aus der Initiative engagierter kinderreicher Familien entstanden, vertritt 1,2 Millionen kinderreicher Familien in Deutschland und setzt sich in Politik, Wirtschaft und Medien für ihre Interessen ein. Der Verband versteht sich als Netzwerk von Mehrkindfamilien, die sich untereinander unterstützen und die Öffentlichkeit für ihre Anliegen erreichen wollen. Der Verband ist konfessionell ungebunden und überparteilich.

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