Rückblick: Corona-Gespräche Lockdown-Winter 2021
05.03.2021 17:07
von Patricia Arndt

Corona-Gespräche: Von IT-Ausstattung bis "Tief Durchatmen!"

Stimmt die Ausrüstung? Technische Fragen rund um Homeschooling und Homeoffice
Keine Familie konnte sich wegducken, als es im neuen Jahr wieder hieß: „Homeschooling!“ Wieder galt es, mit eisernen Nerven, hoffentlich viel Humor und endloser Geduld das Nebeneinander von Klassenstufen, Schultypen, Fächern, Materialien, Aufgaben und nicht zuletzt auch Lerntemperamenten zu managen. Leichter lässt sich das Homeschooling bewältigen, wenn die Geräte funktionieren, Druckkosten sich nicht verselbständigen und der Nachwuchs beim Surfen und Chatten mit den (leider) fernen Kumpels nicht komplett die Bahnen des Wünschbaren verlässt.
Allen Fragen rund um die technische Seite des Homeschoolings haben am 25. Januar 2021 Nol Shala und Martin Clauß beantwortet. Beide sprachen im wahrsten Sinne aus Erfahrung, denn als IT-Experten und Mehrfachväter wissen sie, was in der Praxis funktioniert. Beide engagieren sich ehrenamtlich im KRFD und bleiben den Mitgliedsfamilien erhalten: Nol Shala ist Mitglied im Bundesvorstand und an Martin Claus können Familien ihre technischen Fragen weiterhin richten. (Mitschrift des Abends im Mitgliederbereich)

„Bei uns läuft`s nicht rund“ – Fragen an Mathias Voelchert von Family Lab
Fast zur Tradition geworden sind die regelmäßigen Austauschtreffen mit Mathias Voelchert von der Familienwerkstatt FamilyLab. Gut besucht war denn auch Gespräch am 27. Januar 2021. Was im normalen Alltag zwischen Kindern und Eltern gelegentlich schwierig ist, kann sich unter Corona-Bedingungen zum handfesten Ärgernis auswachsen und die ohnehin angespannten Nerven in die Nähe der Sprengung bringen. Das geht wohl Eltern und Kindern genauso, nur dass eben die Eltern das Ganze souveräner in der Hand halten müssen. „Manches können wir nicht hinkriegen“, brachte Voelchert die viele überfordernde Doppelbelastung aus Homeschooling und Familienalltag auf den Punkt. Seiner Erfahrung nach wollten Kinder im Grunde kooperieren und es müsse ein Weg gefunden werden, wie diese Kooperation gelingen könnte. Derzeit seine Familien förmlich zusammen gezwungen. Alle Anforderungen, denen die Kinder in der Schule gerecht werden müssten – vom ruhigen Sitzen, über die lange Konzentration hin zum korrekten Verhalten gegenüber Lehrenden und Mitschülern – wären jetzt in das „Zuhause verlagert“, wo Kinder eigentlich loslassen wollen und nicht „funktionieren“ müssten. Demzufolge empfahl Voelchert, großzügig zu sein und die berühmten „Fünfe gerade sein zu lassen“, gleichwohl ohne die elterliche Führung aufzugeben. Das Homeschooling sei die Verlagerung eines ganzen Lebensbereiches nach Hause, bei dem Eltern eine gute Lernatmosphäre schaffen könnten, die Motivation aber nicht erzwingen könnten. Am Schluss empfahl er den Eltern, stets auf das Gelingende und Runde zu blicken und nicht nur auf die vielleicht 20 Prozent, wo es „hakt und holpert“.

„Gut zurechtkommen und mit Belastungen umgehen“ – mit Silke Krabbe von Triple P
Konflikte und Zorn sind unvermeidbar, umso wichtiger ist es, mit ihnen einigermaßen umgehen zu lernen – und das am besten von klein auf. Die Diplom-Pädagogin Silke Krabbe stellte das pädagogische Konzept von Triple P vor, dessen Kurse KRFD-Mitglieder zu einem Vorzugspreis über das Familie3Plus-Programm buchen können.
Wer frühzeitig Resilienz erwerbe, also emotionale Belastbarkeit und die Fähigkeit, mit Konflikten und emotionalem Stress umzugehen, der profitiere davon in allen Lebensbereichen. Krabbe verwies darauf, dass die Erziehung oft „zu wenig Aufmerksamkeit für positives Verhalten“ zeige und sich auf negatives Verhalten konzentriere. Stattdessen sei es wirksamer, Optimismus, Neugier und Zufriedenheit zu fördern. Dazu gehöre, Dankbarkeit vorzuleben sowie Zeit und Kraft in sinnvolle Hobbies zu investieren. Bei all dem sollten die negativen Facetten nicht verschwiegen oder negative Gefühle nicht bagatellisiert werden – die komplette Aufmerksamkeit sollten sie hingegen nicht auf sich ziehen. Wie alle Eltern befand sich auch Silke Krabbe mit ihrer Familie im Lockdown. Einen immer tauglichen Rat gab sie den für die Teilnehmenden auf Weg: „Atmen geht immer!“


„Einfach mal sagen, was Sache ist“, war das Ziel des moderierten Mitgliederaustauschs am 3. Februar, an dem Eltern von insgesamt 67 Kindern teilnahmen. Für das KRFD-Team war der Abend auch eine Gelegenheit, ein ungefiltertes Stimmungsbild über die drängenden Nöte der Familien zu bekommen. Übereinstimmend berichteten die Familien von steigender Frustration selbst bei eigentlich gut erprobten Abläufen, von Überforderung in Organisation und Management von Homeschooling, Homeoffice und vervielfachter Hausarbeit bei ständiger Anwesenheit aller Familienmitglieder. Nahezu unvermeidbar sei der „Hüttenkoller“, der sich bei seltenen Kontakten zu gleichaltrigen Freunden einstelle. Niemand könne sich aus dem Weg gehen und sich voneinander ausruhen.

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Der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. ist im Jahr 2011 aus der Initiative engagierter kinderreicher Familien entstanden, vertritt 1,4 Millionen kinderreicher Familien in Deutschland und setzt sich in Politik, Wirtschaft und Medien für ihre Interessen ein. Der Verband versteht sich als Netzwerk von Mehrkindfamilien, die sich untereinander unterstützen und die Öffentlichkeit für ihre Anliegen erreichen wollen. Der Verband ist konfessionell ungebunden und überparteilich.

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