„Schwangerschaft und Alkohol“
28.11.2015 09:00
von Admin

KRFD-Interview zum Thema „Schwangerschaft und Alkohol“

Experte im Interview: Prof. Mallmann

“Jeder Tropfen Alkohol ist potenziell schädlich”

3+ Familie: Warum ist Ihnen das Thema "Kein Alkohol in der Schwangerschaft" so wichtig?

Prof. Mallmann: Das Thema "Alkohol in der Schwangerschaft" ist ein in der täglichen Praxis relevantes Problem. Es sind weniger die 2.000 Kinder, die jedes Jahr mit einem sogenannten fetalen Alkoholsyndrom geboren werden. Das ist sicher schrecklich. Noch schlimmer sind allerdings die zahllosen Kinder, die nicht mit dem Vollbild der Alkoholembryopathie geboren werden. Diese Kinder leiden unerkannt unter den Folgen des mütterlichen Alkoholkonsums. Sie haben schulische Probleme, sind verhaltensauffällig, aber keiner weiß, warum.

3+ Familie: Was passiert im Körper, wenn eine Schwangere Alkohol trinkt? Trinkt das Baby automatisch mit?

Prof. Mallmann: Alkohol geht über den Mutterkuchen direkt auf das ungeborene Kind über und ist dort in gleicher Höhe wie bei der Mutter nachweisbar. Das Problem ist aber, dass die kindliche Leber noch nicht in der Lage ist, Alkohol selbst abzubauen. Dies bedeutet, dass jeder Tropfen Alkohol, den die Mutter trinkt, ungehindert auf das Kind übergeht und dort irreversible Hirnschäden auslöst.

3+ Familie: Was gibt es noch zu tun im Bereich der Aufklärung? Weiß nicht mittlerweile jeder, dass Alkohol in der Schwangerschaft schädlich ist?

Prof. Mallmann: Natürlich sollte jeder wissen, dass Alkohol in der Schwangerschaft schädlich ist. Was aber nicht bekannt ist: Es gibt keine Schwellendosis, unter der Alkoholkonsum unschädlich ist. Über die Hälfte aller Frauen geben zu, dass sie gelegentlich Alkohol in der Schwangerschaft trinken. Alkoholkonsum wird selbst in der Schwangerschaft gesellschaftlich toleriert: "Ein Gläschen Wein kann doch nicht schaden" oder "Ist doch gut für den Kreislauf". Vielen sind die Auswirkungen auch von mäßigem Alkoholkonsum in der Schwangerschaft nicht bekannt.

3+ Familie: Was kann eine Aufklärungsinitiative wie „Mein Kind will keinen Alkohol“ zur Prävention beitragen?

Prof. Mallmann: Wir müssen allen klar machen, dass jeder Tropfen Alkohol potenziell schädlich ist. Wir müssen allen Müttern verdeutlichen, dass sie an einem einzigen Wochenende ihre Kinder vom Abitur in die Sonderschule saufen können. Wir müssen informieren, dass jeder Tropfen Alkohol, den die Mutter trinkt, beim Kind irreversible Hirnschäden auslösen kann.

Das volle Interview mit Prof. Mallmann finden Sie  hier.

Bei diesem Interview handelt es sich übrigens um einen Vorgriff auf unser „3+Familie“-Mitgliedermagazin, dass unsere Mitglieder, Förderer und Partner in den nächsten Tagen erreichen sollte.

Zurück

KONTAKT

Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V.
Korschenbroicher-Str. 83
41065 Mönchengladbach

Telefon: +49 (0) 2161-3030953
Telefax: +49 (0) 2161-3030952
E-Mail: info@kinderreiche-familien.de

ÜBER DEN KRFD

Der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. ist im Jahr 2011 aus der Initiative engagierter kinderreicher Familien entstanden, vertritt 1,2 Millionen kinderreicher Familien in Deutschland und setzt sich in Politik, Wirtschaft und Medien für ihre Interessen ein. Der Verband versteht sich als Netzwerk von Mehrkindfamilien, die sich untereinander unterstützen und die Öffentlichkeit für ihre Anliegen erreichen wollen. Der Verband ist konfessionell ungebunden und überparteilich.

Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. |
© 2019 | Impressum