Wenn die Energierechnung einem Erdrutsch gleichkommt!
07.06.2021 10:29
von Patricia Arndt

Mist! Stromrechnung!

Nach den Corona-Monaten sehen viele Familien ihrer Stromabrechnung mit Sorge entgegen. Viele Maschinen liefen gefühlt ohne Unterlass: Geschirrspüler und Herd zum Beispiel und natürlich hingen permanent Ladegeräte an der Dose. Rechner liefen sich über Stunden heiß und notgedrungen griffen Familien häufiger zu Netflix als vielleicht gut gewesen wäre.

Nun freuen wir uns über die neuen, vielleicht skeptisch beäugten Freiheiten, und manchem wird es verhagelt durch eine heftige Nachzahlung.

Hier sind einige Informationen und Auswege aus dem vertrackten Strom-Schlamassel:

⇒  Bei Energieschulden über 100 € können Sperren folgen, wenn es bereits Mahnungen des Versorgers gab, die Sperre    bereits angedroht wurde und beim Kunden Rechnungen über mindestens 100 € offen sind. Werden Rechnungen nicht beglichen und die Sperre ist angedroht, dann darf sie erst nach vier Wochen wirksam werden. Kurz vor Ablauf der 4-Wochen Frist muss auf die drohende Sperre nochmals hingewiesen werden. Die Sperre muss „verhältnismäßig“ sein, also etwas in der Familie lebende kleine Kinder, alte oder behinderte Menschen berücksichtigen. Darauf hoffen sollte man allerdings nicht – das zeigt die Praxis leider.
Wenn die Summe gezahlt und die Rechnung beglichen ist, muss die Familie umgehend wieder mit Energie versorgt werden.

⇒  Empfehlung: Wenn die Rechnung von Ihnen nicht sofort und auf einmal beglichen werden kann, werden Sie aktiv! Viele Energieversorger wollen ihre Rechnungen innerhalb eines Jahres beglichen haben. Deswegen ist eine Ratenzahlung oft vereinbar und zwar in einer machbaren Höhe. Wenn auch die Ratenzahlung nicht zu stemmen ist, können Familien die Schuldnerberatungsstelle aufsuchen – Caritas, Diakonie, AWO oder ASB sind erfahren und können helfen.

⇒  Wer Sozialleistungen – etwa SGBII oder XII – empfängt, kann bei den zuständigen Behörden die Übernahme der Energieschulden beantragen. Es kann etwa ein Darlehen gewährt werden. Wer KIZ oder Wohngeld empfängt, kann dies auch versuchen; hier kommt es auf das Einkommen der Familien und den Einzelfall an. Hilfe in Notlagen bieten auch die Familienberatungsstellen an vor allem bei unvorhergesehen und plötzlich eintretenden Notlagen. Manche Kommune hat verfügt auch über sogenannte „Härtefallfonds“ – fragen Sie in Ihrer kommunalen Verwaltung nach.

Ein Beispiel dafür ist der Bremer Senat: https://www.senatspressestelle.bremen.de/sixcms/detail.php?id=347836&asl=bremen02.c.732.de

⇒  Ein Ausweg können noch Wohnungsnothilfen der Städte und Landkreise sein.


Bei all dem gilt: Zögern Sie nicht lange, holen Sie sich aktiv Hilfe! Schuldnerberatungsstellen klagen nicht an, sondern helfen gern, schauen nüchtern auf die Lage und können deshalb helfen. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/kredit-schulden-insolvenz/stromsperre-was-nun-11674

Gut zu wissen: Knapp 290.000 Haushalten wurde in 2019 der Strom abgestellt. In 2019 gab es 4,8 Mio. Sperrandrohungen, rund 911.000 mündeten in eine Sperrbeauftragung, durchschnittlicher Zahlungsrückstand bei Sperrandrohung: 131 Euro (Vorläufige Zahlen aus dem kommenden Monitoringbericht 2020 der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamtes) Beim Gas waren es 31000 Sperrungen.

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