Familien mit behinderten oder chronisch kranken Kindern fordern Unterstützung!

Dringender Handlungsbedarf für Familien mit behinderten oder chronisch kranken Kindern

Im Frühsommer 2025 baten wir unsere Mitglieder und interessierte Familien mit drei und mehr Kindern, unter denen sich mindestens ein behindertes Kind befindet, uns mehr von ihrem Alltag, ihren Herausforderungen und Wünschen an die Politik zu erzählen. Die Resonanz auf die Umfrage war sehr groß, binnen weniger Tage erhielten wir über 100 Rückmeldungen.

Diese zeichnen ein eindrückliches Bild großer Belastung und Frustration. Der Großteil der Eltern fühlen sich mit ihren besonderen Bedarfen von der Politik „eher schlecht“ oder „sehr schlecht“ berücksichtigt. Ihre Stimmen verdeutlichen, dass der Alltag vieler betroffener Familien von organisatorischer, finanzieller und emotionaler Überforderung geprägt ist und dass staatliche Strukturen vielfach versagen, sie wirksam zu unterstützen.

Immer wieder wird von übermäßiger Bürokratie, langwierigen Antragsverfahren und ineffektiven Hilfssystemen berichtet. Eltern fühlen sich im Dschungel der Zuständigkeiten allein gelassen und erleben, dass notwendige Hilfen häufig von der Einschätzung einzelner Sachbearbeiter abhängen. Viele sprechen davon, sich ständig rechtfertigen zu müssen, statt als Expertinnen und Experten ihres Familienalltags ernst genommen zu werden.

Zentral ist auch die Klage über mangelnde Therapie- und Betreuungsangebote, insbesondere am Nachmittag und im ländlichen Raum. Fehlende Inklusion, zu wenige Integrationskräfte und der schwierige Zugang zu Hilfsmitteln führen dazu, dass Kinder oft nicht die Förderung erhalten, die sie brauchen – und Eltern dadurch in ihrer Erwerbstätigkeit massiv eingeschränkt werden.

Finanzielle Sorgen kommen hinzu: Familien müssen häufig eigene Mittel aufbringen, um angemessene Bildung oder Therapien zu ermöglichen. Dadurch geraten Geschwisterkinder und das Familienleben insgesamt ins Hintertreffen. Einige Familien erleben eine strukturelle Benachteiligung, die aus ihrer Sicht dringend korrigiert werden muss.

Viele Eltern wünschen sich echte Entlastung statt leerer Worte: vereinfachte Verfahren, verlässliche Ansprechstellen, mehr Wertschätzung, schnellere Bearbeitung von Anträgen und eine Politik, die Mehrkindfamilien mit behinderten und chronisch kranken Kindern nicht als Sonderfall, sondern als selbstverständlichen Teil gesellschaftlicher Verantwortung begreift.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass es nicht an Engagement der Eltern mangelt, sondern an politischen Strukturen, die sie stützen. Was diese Familien fordern, ist keine Sonderbehandlung. Sie wünschen sich Gerechtigkeit, Respekt und funktionierende Unterstützungssysteme. Es braucht umgehendes politisches Handeln, um die dauerhafte Überforderung dieser Familien zu beenden und ihnen ein Leben in Würde, Teilhabe und Stabilität zu ermöglichen.


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