Internationaler Kindertag: Kinder aus kinderreichen Familien dürfen nicht vergessen werden

Internationaler Kindertag: Kinder aus kinderreichen Familien dürfen nicht vergessen werden

Mönchengladbach, den 01. Juni 2026

Zum Internationalen Kindertag macht der Verband kinderreicher Familien Deutschland (KRFD) auf eine einfache, aber oft übersehene Realität aufmerksam: Kinder aus kinderreichen Familien sind in der Politikgestaltung zu wenig präsent. Dabei geht es um konkrete Fragen von Bildung und Teilhabe, die diese Kinder täglich betreffen.

„Ein Schwimmbadbesuch kostet für ein Kind mittlerweile bis zu fünf Euro. Für drei Kinder sind es dann 15 Euro. Musikunterricht, Klassenfahrten, Sportvereine – überall entstehen Mehrkosten, die sich mit jedem Kind addieren. Das Haushaltsbudget bleibt gleich, aber das verfügbare Einkommen pro Kind sinkt mit jedem zusätzlichen Kind. Das ist eine strukturelle Belastung, die in Politikdebatten noch zu häufig unsichtbar ist“, erklärt Dr. Elisabeth Müller, Vorsitzende des KRFD.

Diese Rechnung führt zu messbaren Folgen. Kinder aus kinderreichen Haushalten haben eine höhere Armutsgefährdungsquote, nicht weil die Eltern weniger verdienen, sondern weil die Kinderanzahl die verfügbaren Ressourcen pro Kind reduziert. „Dabei sollte es selbstverständlich sein, dass ein Kind nicht benachteiligt wird, nur weil es mit mehreren Geschwistern aufwächst. Ein Kind kann nichts dafür, dass es das dritte oder vierte Kind in der Familie ist. Es sollte genauso ins Schwimmbad gehen können, genauso Musikunterricht nehmen können, genauso an Klassenfahrten teilnehmen können wie ein Einzelkind“, erklärt Dr. Müller.

Der KRFD wünscht sich von der Politik, Kinder aus kinderreichen Familien bei der Gestaltung von Bildungs- und Teilhabeprogrammen konkret mitzudenken. Eine Mehrkindfamilienkarte, die bundesweit gültig ist und mit der eine Familie mit allen Kindern einen Eintrittspreis zahlt (anstatt Einzeltickets), könnte diese Lücke schließen. „Dann gäbe es einen Schwimmbad-, Museums- oder Kulturbesuch für die ganze Familie zu einem fairen Preis“, so die Vorsitzende. Wer eine Familienkarte plant, eine Kulturförderung gestaltet oder über Schulsozialarbeit entscheidet sollte sich konkret fragen: Wie wirkt das Angebot oder der Teilnahmepreis auf ein Kind, das noch mehrere Geschwister hat? Wird es eher ein- oder ausgeschlossen?

Zum Internationalen Kindertag gilt für den Verband: jedes Kind zählt und jedes Kind sollte die gleichen Chancen haben, egal wie viele Geschwister es hat.

 

Über den Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V.

Der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. (KRFD) ist im Jahr 2011 aus der Initiative engagierter kinderreicher Familien entstanden; vertritt 1,6 Millionen Mehrkindfamilien in Deutschland und setzt sich in Politik, Wirtschaft und Medien für ihre Interessen ein. Der Verband versteht sich als Netzwerk von und für Familien mit drei Kindern und mehr, die sich untereinander unterstützen und die Öffentlichkeit für ihre Anliegen erreichen wollen. Der Verband ist konfessionell ungebunden und überparteilich.

Pressekontakt

Dr. Laura Schlichting
Referentin des Bundesvorstandes
Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V.
Korschenbroicher Str. 83
41065 Mönchengladbach
presse@kinderreiche-familien.de

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