KRFD-Pressemitteilung: Elterngeldreform: Mehrkindfamilien dürfen nicht die Verlierer der Reform werden

Elterngeldreform: Mehrkindfamilien dürfen nicht die Verlierer der Reform werden

PRESSEMITTEILUNG
 

Mönchengladbach, den 01.08.2026.

Der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. (KRFD) kritisiert die geplante Reform des Elterngeldes. Während das Ziel einer stärkeren Beteiligung von Vätern an der Elternzeit grundsätzlich nachvollziehbar ist, verkennt der Gesetzentwurf die Lebensrealität vieler Mehrkindfamilien.

„Mehrkindfamilien werden hier mit einem Familienmodell gleichgesetzt, das für sie häufig gar nicht umsetzbar ist“, erklärt die Bundesvorsitzende des Verbandes Dr. Elisabeth Müller. „Wer drei oder mehr Kinder versorgt, organisiert Erwerbs- und Familienarbeit anders als eine Familie mit einem Kind. Diese Realität muss Familienpolitik endlich anerkennen.“

Gerade in kinderreichen Familien übernimmt ein Elternteil häufig einen größeren Anteil der Sorgearbeit. Nicht aus mangelndem Willen zur Gleichberechtigung, sondern weil Betreuung, Organisation und Versorgung von mehreren Kindern einen erheblichen Zeitaufwand erfordern. Eine starre Vorgabe beim Elterngeld greift daher massiv in die Wahlfreiheit der Familien ein.

Hinzu kommt die wirtschaftliche Realität. Das Elterngeld ist auf maximal 1.900 Euro pro Monat begrenzt. „Von diesem Betrag kann eine fünf- oder sechsköpfige Familie ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten. Die geplante Reform setzt Familien zusätzlich unter Druck und erschwert ihnen die Entscheidung für ein weiteres Kind.“

Mit großer Sorge blickt der Verband zudem auf das Signal, das die Reform in Zeiten historisch niedriger Geburtenzahlen aussendet. „Statt junge Menschen und Familien zu ermutigen und zu stärken, wird erneut in eine zentrale Familienleistung eingegriffen und reguliert. Das ist massiv enttäuschend. Wer möchte, dass sich mehr Menschen für Kinder entscheiden, muss einen Rahmen setzen, in dem Familien frei nach ihren Bedürfnissen agieren können und nicht den Eindruck vermitteln, dass Familienpolitik vor allem aus Kürzungen und Maßregelungen besteht.“ Familien müssen selbst entscheiden können, wie sie Erwerbs- und Sorgearbeit aufteilen. Eine gute Familienpolitik sollte unterschiedliche Familienmodelle ermöglichen, statt sie einem einheitlichen Ein-/ und Zweikindmodell unterzuordnen.


Über den Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V.

Der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. (KRFD) ist im Jahr 2011 aus der Initiative engagierter kinderreicher Familien entstanden; vertritt 1,6 Millionen Mehrkindfamilien in Deutschland und setzt sich in Politik, Wirtschaft und Medien für ihre Interessen ein. Der Verband versteht sich als Netzwerk von Mehrkindfamilien, die sich untereinander unterstützen und die Öffentlichkeit für ihre Anliegen erreichen wollen. Der Verband ist konfessionell ungebunden und überparteilich.

Pressekontakt

Dr. Laura Schlichting
Referentin des Bundesvorstandes
Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V.
Korschenbroicher Str. 83
41065 Mönchengladbach
presse@kinderreiche-familien.de
https://www.kinderreichefamilien.de/willkommen
Instagram: kinderreichefamilien

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