Verband

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Der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. (KRFD) fördert, schützt und stützt kinderreiche Familien. Er íst selbstlos tätig und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke. Der KRFD ist innerhalb der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland politisch und konfessionell ungebunden.

10 Jahre KRFD - Zeit zu Resümee und Ausblick

Der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. entstand aus der privaten Initiative einiger Mehrkindfamilien. Sie haben sich erstmals 2011 in Köln getroffen und den Entschluss gefasst „Wir wagen das. Wir verändern den Blick auf Mehrkindfamilien und wir bringen sie wieder in die Öffentlichkeit“. Am 29. Januar 2021 beging der KRFD sein zehnjähriges Bestehen. Zahlreiche Glückwünsche von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens dokumentieren, dass der KRFD zum „Begriff“ geworden ist.

Zehn Jahre nach seiner Gründung ist der KRFD auf mehr als 5000 Mitgliedsfamilien und damit auf mehr als 30.000 Mitglieder angewachsen. Väter und Mütter führen ehrenamtlich die elf Landesverbände. Aus ehrenamtlichem Engagement wird noch immer der Bundesvorstand geführt – seine Mitglieder sind über das gesamte Bundesgebiet verstreut, bilden Nord und Süd, Ost und West, Kleinstadt und Metropole ab. Der KRFD ist enorm gewachsen, profitiert von breitem Knowhow in den eigenen Reihen und guten PartnerInnen in Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. Dank der verlässlichen Arbeit und bewährten Partnerschaft wird der KRFD von Ministerien in Bund und Land unterstützt. So wurde der Betrieb einer Bundesgeschäftsstelle möglich und die Anstellung einer Projektmanagerin sowie einer Vorstandsreferentin.
Der Verband hat sich in seinen Arbeitsabläufen, seinem öffentlichen Auftritt und seiner Vernetzung mit Politik, Wissenschaft und Gesellschaft professionalisiert und ist als ein fester Akteur in der deutschen Verbändelandschaft etabliert.

Nach zehn Jahren war es an der Zeit, unser damaliges Leitbild auf den Prüfstand zu stellen. Was haben wir gelernt in dieser Zeit? Was hat sich als wichtig erwiesen und was als nebensächlich? Wer sind wir und was wollen wir erreichen?


Antworten darauf geben wir hier:

 

Wer wir sind

Wir sind Familien, die sich zu einem Leben in einer großen Familie mit drei Kindern und mehr entschlossen haben. Wir leben in großen Städten und kleinen Ortschaften. Wir leben ziemlich beengt in einer Metropole mit Späti um die Ecke, ohne Auto und Führerschein. Wir leben in einem Haus mit Garten, viel Platz und brauchen unser Auto dauernd, weil es kaum Läden gibt und Schule und Hobbies mit dem Bus nicht erreichbar sind. Wir leben als Patchworkfamilie mit mitgebrachten und gemeinsamen Kindern. Wir sind verheiratet und haben gemeinsame Kinder. Wir sind alleinerziehend und schultern mit den Kids allein das Leben. Wir sind alle in Deutschland geboren, genau wie unsere Eltern und Großeltern. Wir haben eine Einwanderungsgeschichte und sind in Deutschland ganz und noch nicht so richtig angekommen und freuen uns über die Gemeinschaft mit anderen großen Familien. Wir sind nicht religiös und haben einen anderen Lebenskompass. Unser Glauben ist uns wichtig und wir leben ihn im Familienalltag. Wir fühlen uns einer politischen Partei verbunden und haben dort unsere politische Heimat gefunden. Wir schauen uns die Angebote der Parteien an, entscheiden pragmatisch und situationsbedingt.
Wir haben vom Baby bis zum Studierenden alle Altersklassen am Küchentisch sitzen. Wir kennen Schulverweigerer und Fleißlinge. Wir kennen das Leben mit behinderten und kranken Kindern, mit fürsorglichen Großeltern in der Nachbarschaft und ohne schnelle Hilfe nebenan. Wir haben Unterstützung durch Au-pairs und Kinderfrauen. Wir kommen mit unseren Jobs knapp über die Runden und können nichts zurücklegen. Wir haben eine Ausbildung gemacht, sie wegen der Kinder unterbrochen und wollen das wieder angehen. Wir haben fertige Ausbildungen und für uns bewährt sich die Arbeitsteilung zwischen „Haus und Hof“ einerseits und ökonomischen Einnahmen andererseits. Wir sind sehr glücklich mit Kindern und Jobs und wollen beides unter einen Hut bekommen, weil uns die Kombination glücklich macht.
Das sind wir. Das sind Mehrkindfamilien in Deutschland.

Was wir wollen

Wir wollen, dass die Familie 3plus wieder als ein selbstverständlicher Teil der Familienwirklichkeit in Deutschland wahrgenommen wird. Politik und Gesellschaft, Medien und Wissenschaft sollen uns „mit-denken“ und ihre Entscheidungen auch im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf unsere Lebenswirklichkeit bedenken.
Wir wollen, dass die Lebenswirklichkeit von mehr als sieben Millionen Menschen nicht pauschal als überkommenes Auslaufmodell geringgeschätzt wird, sondern einen selbstverständlichen Platz in der Vielfalt der Lebensformen dieses Landes findet und wahrgenommen wird als zuversichtlich und zukunftsorientiert.
Wir wollen, dass die Entscheidung zu mehr als drei Kindern als ein zukunftsfähiges und bewusst gewähltes Lebensmodell wahrgenommen wird, das unsere Gesellschaft bereichert.  
Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass das Aufwachsen mit vielen Geschwistern die Menschen zu kooperativen und selbstständigen Menschen machen kann, die auch Verzicht und Rücksicht auf Jüngere kennen und die sich zugleich robust gegen Ältere und Stärkere durchsetzen können. All das sind menschliche Kompetenzen, die die Gesellschaft braucht – erst recht, wenn das Leben bunter und unübersichtlicher wird.
Wir wollen, dass die Entscheidung für ein drittes Kind für die Eltern und insbesondere für die Mütter nicht mehr den Verzicht auf jede berufliche Entwicklung bedeutet. Die Entscheidung für eine Familie 3 plus darf für Familien kein Armutsrisiko darstellen und ihre Sicherheit im Alter gefährden.
Wer Kinder liebend ins Leben begleitet, sie erzieht, versorgt, bildet und fördert, leistet einen elementaren Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft. Diese Leistung muss sich in der Gestaltung von Alterssicherung und Sozialversicherungsbeiträgen erkennbar widerspiegeln.
Wir wollen eine Gesellschaft, in der Mehrkindfamilien willkommen sind und an ihnen Maß genommen wird. Wir möchten ein gesellschaftliches Klima, in der die Versorgung von Kindern ein selbstverständliches Kapitel im Leben von Menschen ist. Während dieser Zeit ist die Unterstützung kein Almosen an ausfallende Leistungsträger, sondern ein Investment in unser aller Zukunft und eine wertvolle Aufgabe, die keine Rechtfertigung braucht. Wir wollen, dass Elternschaft gesellschaftlich anerkannt wird und die mit Elternschaft einhergehenden Qualitäten selbstbewusst vorgebracht werden – in Politik, Wirtschaft, Medien und Gesellschaft.
Wir sind ein starkes Land. Das muss möglich sein!

Wir helfen uns selbst

Der KRFD versteht sich als ThinkTank und großer Erfahrungsschatz an BestPractice-Beispielen aus allen Lebensphasen und Situationen. Wir bringen Familien zusammen. Bei uns muss sich niemand erklären und rechtfertigen – wir verstehen Familie3plus!
Ob Familien in Erwartung eines behinderten Kindes – wir vermitteln Familien mit Erfahrung. Wir gewinnen FamilienpatInnen, die mit Kindern lesen, toben und basteln, wenn im familiären Alltag dafür mal keine Zeit bleibt oder Eltern einen dringenden Behördentermin haben.
Wir vermitteln nach Kräften Hilfe in Ausnahmesituationen und kooperieren mit Stiftungen und Spendern – die einspringen, wenn alle Stricke reißen.
Wer durch Corona in Schwierigkeiten gekommen ist und Hilfe bei Anträgen braucht oder fachliche Unterstützung – wir beraten telefonisch oder per Mail.
Ein Thema erregt die Familiengemüter oder sollte unbedingt mal in größerer Runde besprochen werden? – Über unsere Social-Media Kanäle sind wir erreichbar für Themen, Ansichten oder Stimmungen.
Die Pubertierenden laufen aus der Bahn, beim Abendessen könnte es ruhiger sein oder der PC gibt ständig Anlass zum Streit? In unseren regelmäßigen Zoom-Gesprächen holen wir uns Rat bei Experten und lernen, wie wir nicht immer in die gleiche Falle tappen.

Was uns begeistert

Wir lieben unsere großen Familien und wir wachsen an unseren Aufgaben. Für uns alle war der Schritt zum dritten Kind der Übergang in eine andere Liga: Anschaffungen standen an vom Auto bis zum nächsten Kinderbett. Wir haben zwei Arme und bräuchten drei – Trainingssache! Unser alle Erfahrung ist: Es lohnt sich, den Schritt zum dritten Kind zu wagen. Es braucht etwas Koordination, aber es schwingt sich alles ein und es wird so vieles leichter. Auch weil wir Eltern an die Sache mit mehr Augenmaß, Gelassenheit und Coolness rangehen. Wird schon…. hat schon zweimal funktioniert!
Wir möchten Familien zum dritten Kind ermutigen! Auch deswegen bringen wir uns in die Öffentlichkeit ein und arbeiten mit Medien aller Art zusammen: Sie sehen uns in Zeitungen, im Fernsehen, im Radio und natürlich auf Social Media. Wir zeigen, dass es gut geht!

Was wir in die Gesellschaft einbringen

Wir übernehmen gern Verantwortung und halten zusammen! Unsere Projekte sind nicht nach drei Monaten beendet – wir bringen die Kondition für einen Marathon bis 18 mit und bleiben auch danach mit langer Leine dabei! Wir begleiten mehrere Kinder durch alle Lebens- und Lernphasen, wir versorgen sie, erziehen sie und bilden sie. Später übernehmen sie ihrerseits Verantwortung. Sie leisten Arbeit in allen Berufsgruppen. Sie bringen Teamgeist, Durchhaltevermögen und Kompromissbereitschaft mit. Sie werden Familien gründen und dieser Gesellschaft eine Zukunft geben. Eltern sein heißt an der Zukunft bauen.
Ohne Kinder gibt es keine Solidarität zwischen den Generationen und keine Schultern, die Lasten tragen.

Wir wir arbeiten

Wir sind als Bundesverband mit Landesverbänden organisiert. Die meiste Arbeit wird ehrenamtlich geleistet. Wir leben von guten Ideen, Zeitspenden nach Kräften und den verschiedenen Expertenkenntnissen, mit denen sich unserer Mitglieder in den Landesverbänden und im Bundesvorstand einbringen. Seit einigen Jahren können wir mit Hilfe von Landes- und Bundesmitteln verschiedene Projekte stemmen. Bei den Ideen leiten uns die Bedarfe und Nöte von Mehrkindfamilien. Wir finanzieren uns außerdem durch Spenden und freiwillige Mitgliedsbeiträge.
Die Mitglieder des Bundesvorstandes sind über das ganze Bundesgebiet verstreut. Wir profitieren von der Digitalisierung, die Entfernungen überwindet. Wir vertrauen auf Teamgeist und ein gutes Diskussionsklima und profitieren von den verschiedenen Perspektiven. Was uns bei allen Unterschieden ein, sind unsere großen Familien. Das ist der unerschütterliche gemeinsame Nenner.
Wir bringen Menschen zusammen – weil uns unser Leben Familie3plus eint.

So war das: Die Gründung des Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V.

Ein Erlebnisbericht von Katrin Konrad, Gründungsmitglied des KRFD und Landesvorsitzende in Thüringen.

Immer wieder wird gefragt, wie hat sich der Verband, dem heute Mitglieder aus allen Bundesländern angehören, gegründet.

Dann will ich einmal schildern, wie es die Familie Konrad aus Thüringen erlebt hat.

Vor der Geburt des dritten Kindes arbeitete ich bei der Stiftung FamilienSinn in Erfurt. Keine typische Stelle für eine Volljuristin, im Projekt „Lokale Bündnisse für Familien“ beschäftigt zu sein und hier ein Netzwerk an lokalen Unterstützern für Familien in Thüringen aufzubauen. Aber Familie stand für mich immer oben auf der Liste. Es blieb nicht viel, was man als Jurist arbeiten kann, wenn man Familien im Blick hat und insbesondere Kindern zu einem guten Start ins Leben helfen will. Es waren die typischen Arbeitsbereiche von Juristen, die vor mir lagen: Scheidung der Eltern und Unterhaltsstreitigkeiten. Dazu kam noch die Verteidigung straffällig gewordener Jugendlicher. Das waren nach bestandenem Abschluss gerade nicht meine beruflichen Ziele. 

Unser drittes Kind wurde im August 2010 geboren. Zwei Monate später rief mich Elisabeth Müller an, gratulierte zur Geburt und betonte, dass es wichtig sei, Mut zum dritten Kind zu machen. Sie empfände den Lebensentwurf für drei und mehr Kinder als besonders schön und wolle diese Freude mit der Gesellschaft teilen und gleichzeitig auf Hindernisse aufmerksam machen. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich es mir nicht vorstellen, welche logistischen, organisatorischen und finanziellen Herausforderungen auf uns als kinderreiche Familien zukommen würden. Elisabeth hatte zu diesem Zeitpunkt schon sechs Kinder und wusste wovon sie sprach. Es war sehr interessant, ihre Erfahrungen aus NRW zu hören und mit denen in Thüringen „abzugleichen“.  

Letztlich war die Zeit günstig für die Gründung eines Verbandes. Ich war in Elternzeit und motiviert, mein fachliches Können für (Mehrkind-)Familien einzubringen. Und so haben wir in den kommenden Monaten zahlreiche Gespräche mit Freunden und Bekannten in allen Bundesländern geführt und um Unterstützung angefragt.

Unser Ziel war es, die Lücke, die es für kinderreiche Familie zu diesem Zeitpunkt gab, durch ein  Angebot zu schließen. Viele Familien der ersten Stunde, sind genau wie mein Mann und ich „Überzeugungstäter“. Man könnte sagen, wir waren jung und naiv und konnten uns bei der Erstellung der Satzung im Januar 2011 nicht vorstellen, dass einmal Delegierte aus verschiedenen Bundesländern zu einer Hauptversammlung anreisen würden.

Wir Konrads sind stolz und glücklich, dem Verband durch unsere Arbeit auf die Füße geholfen zu haben.

Wir danken allen, die unsere Ideale und Ziele der ersten Stunde mit uns geteilt haben und durch ihr ehrenamtliches Engagement überhaupt erst dazu beigetragen haben, dass Familien mit drei und mehr Kindern wieder ein positives Gesicht in dieser Gesellschaft bekommen.

Unser herzlicher Dank gilt:

- Thomas Franke, der die ersten Termine mit der Presse in Berlin organisierte
- Reinhard Liedgens, der die Satzung für den Verband erarbeitet hat
- Helmut Magis, engagierter Jurist und Vater aus Bayern
- László Márki,  stellvertretender Präsident von ELFAC ( European Large Families Confederation )
- Elisabeth und Florian Müller, ohne die wir nicht die Bedarfe für einen solchen Verband gesehen hätten
- Victoria Pöllmann, damals Studentin und mit mehr Zeit für die Verbandsarbeit als wir jungen Mütter
- Jose Pons, der für uns den Kontakt zum Europäischen Verband kinderreicher Familien herstellte
- Raúl Sánchez, Generalsekretär von ELFAC ( European Large Families Confederation )
- Haimar Staib für den Entwurf des Verbandslogos und den Aufbau der Internetseite
- Tanja zu Waldeck, die mit ihrer Internetseite Netmoms bereits gut in Familien vernetzt war

KONTAKT

Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V.
Korschenbroicher-Str. 83
41065 Mönchengladbach

Telefon: +49 (0) 2161-3030953
Telefax: +49 (0) 2161-3030952
E-Mail: info@kinderreiche-familien.de

ÜBER DEN KRFD

Der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. ist im Jahr 2011 aus der Initiative engagierter kinderreicher Familien entstanden, vertritt 1,4 Millionen kinderreicher Familien in Deutschland und setzt sich in Politik, Wirtschaft und Medien für ihre Interessen ein. Der Verband versteht sich als Netzwerk von Mehrkindfamilien, die sich untereinander unterstützen und die Öffentlichkeit für ihre Anliegen erreichen wollen. Der Verband ist konfessionell ungebunden und überparteilich.

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